Elisabeth Andrae- im Museum der Hoflößnitz

erstellt am: 10.05.2020 | von: ingelore helbig | Kategorie(n): Beiträge

Das Weinbaumuseum der Hoflößnitz in Radebeul bei Dresden zeigt ein Gemälde von Elisabeth Andrae, welches das Spitzhaus mit Blick nach Dresden darstellt und so gar nicht zum Malstil der Künstlerin passt. Um näheres darüber zu erfahren, nahm ich Kontakt zum Museum auf und erfuhr folgendes:

Zur Verfügung gestellt: Stiftung Hoflößnitz, Sächsisches Weinbaumuseum

Dieses Gemälde kam durch eine Schenkung Dr. Walter Bachmanns (1883 Leipzig – 1958 Radebeul), erster sächsischer Landeskonservator und Denkmalpfleger, in die Bildersammlung der Hoflößnitz.

Wann das Bild in seinen Besitz gelangte, ist noch nicht bekannt. Belegt ist jedoch, dass Dr. Bachmann von 1908 bis 1914 unter der Leitung von Dr. Walter Andrae, dem Bruder Elisabeth Andraes, an den Ausgrabungen von Assur teilgenommen hat und damit eine Verbindung zur Familie Andrae bestanden hat.

Im Inventarbuch des damaligen Heimatmuseums Radebeul befindet sich aus dem Jahr 1960 folgender Eintrag:

Gemälde, Öl auf Leinwand, 40 x 55 cm, Spitzhaus um 1850 m. Blick auf Dresden, Copie v. Elisab. Andrae n. Faber“

Die Recherche ergab, dass es sich um die Kopie des Gemäldes von dem Dresdner Maler Karl Gottfried Traugott Faber (1786-1863) handelt, der in der Dresdner Kunstausstellung 1821 eine vom Spitzhaus der Hoflößnitz aus aufgenommene Landschaft ausgestellt hat.

1825 kam das Bild von Faber als Schenkung aus der Privatgemälde-sammlung König Maximilian I. Joseph von Bayern (1756 – 1825) in die Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, in deren Bestand es sich heute noch befindet. (lt.Mail der Pinakothek vom 27.04.2020)

Eine familiäre Verbindung des bayerischen Königshauses zu Sachsen bestand zu dieser Zeit durch die Heirat der Tochter Amalie Auguste mit dem Prinz Johann von Sachsen im Jahr 1822.

Wie und wann das Gemälde an den bayerischen Hof kam, ist noch ungeklärt.

Zu den Zeiten Elisabeth Andraes war es nicht unüblich, dass Kopien von alten Meistern anfertigten wurden um farbliche und maltechnische Erfahrungen zu sammeln und eventuell auch um Geld zu verdienen. Leider ist das Bild nicht datiert, aber es ist anzunehmen, dass Elisabeth Andrae es während der Unterrichtszeit bei ihrem Lehrer Gustav Adolf Thamm in den Jahren 1899 – 1903 gemalt hat.

Vermerke auf der Rückseite des Gemäldes von E.Andrae

Für die Unterstützung bei meinen Nachforschungen danke ich Herrn Frank Andert, Leiter des Sächsischen Weinbaumuseums Hoflößnitz.